Website · Chatbot
Chatbot für die eigene Website
Ein Chatbot beantwortet Besucherfragen rund um die Uhr und fängt Interessenten ab, die sonst wieder weggeklickt hätten. Es gibt vier sehr unterschiedliche Wege dorthin – von kostenlos bis fünfstellig. Hier findest du sie im Vergleich, samt der Pflichten, die ab August 2026 gelten.
Die vier Wege im Vergleich
1. Fertiges Tool
Ein Anbieter stellt den Bot, du fütterst ihn mit deinen Inhalten und bindest ein kleines Skript in die Website ein. In Minuten bis Stunden startklar. Bei deutschen Anbietern oft mit kostenlosem Einstieg.
Passt für: Standardfragen, kleine Websites, schnellen Start.
2. Selbst bauen mit n8n
Wenn du ohnehin schon mit n8n arbeitest, lässt sich der Bot dort direkt bauen – verbunden mit CRM, E-Mail und deiner Wissensbasis. Kein zusätzliches Abo nötig.
Passt für: alle, die n8n schon nutzen.
3. Selbst gehostet
Open-Source-Lösungen wie Flowise laufen auf deinem eigenen Server – Serverkosten ab etwa 10 € im Monat. Kein US-Anbieter hat Zugriff. Dafür brauchst du jemanden, der es einrichtet (Faustregel: 2–4 Wochen).
Passt für: strenge Datenschutz-Anforderungen.
4. Agentur
Ein Dienstleister baut den Bot individuell, bindet ihn an CRM, ERP oder Ticketsystem an und richtet die Übergabe an Menschen ein. Teuerster, aber gründlichster Weg.
Passt für: viele Systeme, komplexe Anforderungen.
Was du rechtlich beachten musst
Ein Chatbot verarbeitet bei jeder Unterhaltung personenbezogene Daten. Das löst konkrete Pflichten aus – unabhängig davon, welchen der vier Wege du wählst:
- Kennzeichnung ab 2. August 2026. Dann greift die Transparenzpflicht des EU AI Act: Nutzer müssen erkennen können, dass sie mit einer KI schreiben.
- Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV). Nutzt du ein fremdes Tool, ist dessen Anbieter dein Auftragsverarbeiter. Den Vertrag stellen seriöse Anbieter kostenlos bereit – oft mit wenigen Klicks online abschließbar.
- Datenschutzerklärung ergänzen. Sie muss den Chatbot benennen und erklären, welche Daten erhoben werden – in verständlicher Sprache, jederzeit einsehbar.
- Datensparsamkeit und Löschkonzept. Nur erheben, was nötig ist – und vorher festlegen, wann Gesprächsverläufe gelöscht werden.
- Vorsicht bei US-Tools. Verbreitete internationale Anbieter speichern auf US-Servern. Ohne saubere vertragliche Grundlage ist das im DACH-Raum heikel.
Das ist keine Rechtsberatung. Bei Unsicherheit lohnt sich fachlicher Rat, bevor der Bot online geht.
Anbieter im Überblick
Angaben laut den Websites der Anbieter, Stand Juli 2026. Die Reihenfolge ist keine Rangfolge. Kein Anbieter bezahlt für seinen Eintrag, und wir erhalten derzeit auch keine Vergütung für vermittelte Anfragen. Beides kann sich ändern – bezahlte Platzierungen kennzeichnen wir dann unmittelbar am Eintrag als „Anzeige“, eine Vermittlungsvergütung weisen wir an dieser Stelle aus. Wie wir uns finanzieren, steht auf Transparenz.
Chatvise
Fertiges Tool · Made in Germany · kostenloser Einstieg
Website-Chatbot mit Lead-Erfassung, der sich nach eigenen Angaben in Minuten einrichten lässt. Professionelle Einrichtung ist optional zubuchbar.
ChatBot4You (ConRat)
Fertiges Tool · Deutschland · KMU
Richtet sich an Selbstständige und kleinere Unternehmen. Lässt sich in WordPress und Joomla einbinden, funktioniert über ein kleines Skript aber auf jeder Website. Optional kann eine KI ergänzt werden, die auch PDFs als Wissensbasis nutzt.
OMQ
Fertiges Tool · mit Backend-Anbindung
Kommt mit fertigen Dialogen und muss nicht erst angelernt werden. Kann Daten im angebundenen System abfragen und ändern – etwa Bestellstatus. Lässt sich auch in WhatsApp und Ticketsysteme einbinden.
Groenewold IT Solutions
Agentur · Hosting DE/EU
Baut individuelle Bots statt Baukasten-Lösungen: eigene Wissensbasis, Anbindung an CRM, ERP und Ticketsystem, plus definierte Eskalationspfade mit Übergabe an Mitarbeitende.
SNcom
Agentur · herstellerunabhängig
Systemintegrator, der nicht an ein bestimmtes Produkt gebunden ist – von der Bedarfsanalyse über die Auswahl bis zur Einbindung in bestehende IT.
Flowise
Open Source · selbst gehostet · Server ab ca. 10 €/Monat
Kein Anbieter, sondern eine frei verfügbare Software, die auf deinem eigenen Server läuft. Damit bleiben alle Daten unter deiner Kontrolle. Du brauchst jemanden für Einrichtung und Pflege – dafür entfällt die Abhängigkeit von einem Anbieter.
Häufige Fragen
Was kostet ein Chatbot für die Website?
Die Spanne ist gewaltig. Fertige deutsche Tools starten teils kostenlos oder im niedrigen zweistelligen Bereich pro Monat. Selbst gehostet zahlst du vor allem den Server (ab etwa 10 €) plus einmalige Einrichtung. Eine individuell gebaute Agentur-Lösung liegt deutlich darüber. Vergleiche vor allem, wonach abgerechnet wird – Gespräche, Nachrichten oder pauschal.
Nervt ein Chatbot meine Besucher nicht?
Wenn er aufdringlich aufpoppt und im Kreis antwortet: ja. Entscheidend sind zwei Dinge – er sollte nicht sofort ungefragt aufspringen, und er muss jederzeit an einen Menschen übergeben können. Ohne diesen Ausweg wird aus Hilfe schnell Ärger.
Woher weiß der Bot, was er antworten soll?
Aus dem, was du ihm gibst: deine Website-Inhalte, FAQ, Produktinfos, teils auch PDF-Dokumente. Je besser dieses Material, desto besser die Antworten. Ein Bot ohne gepflegte Wissensbasis ist nutzlos – diese Vorarbeit nimmt dir kein Anbieter ab.
Kann ich einfach ein bekanntes internationales Tool nehmen?
Technisch ja – nur speichern verbreitete internationale Anbieter die Daten oft auf US-Servern. Für Unternehmen im DACH-Raum ist das ohne saubere vertragliche Grundlage riskant. Deutsche und EU-Anbieter ersparen dir diese Diskussion.
Umsetzung anfragen
Sag uns kurz, welche Fragen dein Chatbot beantworten soll. Deine Anfrage geht automatisch an alle Anbieter aus dem Verzeichnis, die zu deiner Beschreibung passen – es können sich also mehrere bei dir melden. Kostenlos und unverbindlich.
Wie wir mit deinen Daten umgehen, steht in unserer Datenschutzerklärung.
Weitere Themen: Kundenservice automatisieren · KI-Telefonassistent · n8n Agentur