Strategie · Beratung
KI-Beratung für Unternehmen
Bevor irgendetwas gebaut wird, steht die Frage: Wo lohnt sich KI in Ihrem Betrieb überhaupt – und wo nicht? Genau dafür ist Beratung da. Hier finden Sie, was den Preis bestimmt, welche Förderung 2026 noch läuft und wo der Unterschied zwischen Beratung und Umsetzung liegt.
Wichtig: Die BAFA-Richtlinie läuft Ende 2026 aus
Über das Programm „Förderung von Unternehmensberatungen für KMU“ des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle bezuschusst der Bund externe Unternehmensberatung. Die Förderrichtlinie gilt für Anträge bis zum 31. Dezember 2026, und eine amtliche Aussage über die Zeit danach lag bei der Prüfung nicht vor. Wenn Sie den Zuschuss noch nutzen möchten, planen Sie den Vorlauf für Antrag und Informationsschreiben ein.
Die Höhe des Zuschusses steht im Richtlinientext. Nummer 5.2 der Förderrichtlinie vom 14. Dezember 2022 (Bundesanzeiger, BAnz AT 23.12.2022 B1) setzt die förderfähigen Beratungskosten auf höchstens 3.500 Euro. In den neuen Bundesländern trägt der Bund davon 80 Prozent und höchstens 2.800 Euro; Lüneburg und Trier gehören dazu, Berlin und die Region Leipzig nicht. In den alten Bundesländern sind es 50 Prozent und höchstens 1.750 Euro, hier einschließlich Berlin und der Region Leipzig und ohne Lüneburg und Trier. Die Änderung vom 12. Dezember 2024 (BAnz AT 23.12.2024 B1) lässt diese Sätze unberührt. Die Förderdatenbank des Bundes führt die 2.800 Euro als Höchstbetrag der Kosten; die daraus hochgerechneten 2.240 Euro Zuschuss trägt die Richtlinie nicht. Mit dem Richtlinientext deckt sich die Kurzmeldung des BAFA vom 27. Dezember 2022.
Was sonst gilt — nach der Förderrichtlinie und den Programmseiten des BAFA: Gefördert wird nur Einzelberatung, höchstens fünf Tage je Beratung, und Seminare, Workshops und Gruppenveranstaltungen sind ausgenommen. Zulässig sind höchstens fünf Beratungen bis zum 31. Dezember 2026 und nicht mehr als zwei im Jahr; der Berater muss beim BAFA registriert sein. Beim Antrag ist die Richtlinie strenger, als es zunächst aussieht: Nach Nummer 7.2.2 genügt es nicht, den Antrag vor Beginn zu stellen — maßgeblich ist das Informationsschreiben der Leitstelle, und erst danach darf die Beratung beginnen. Dass der Zuschuss seit dem 15. November 2025 bei nicht Vorsteuerabzugsberechtigten auf den Bruttobetrag berechnet wird, konnten wir an der Richtlinie nicht belegen; dieselbe Regel steht wörtlich in der INQA-Förderrichtlinie, und es liegt nahe, dass sie von dort stammt.
Andere Programme: „Digital Jetzt“ und „go-digital“ sind ausgelaufen, Neuanträge sind nicht mehr möglich — so steht es in der Bundestags-Drucksache 20/12937 vom 11. September 2024. Dieselbe Drucksache kündigt für 2027 eine neue Maßnahme für kleine und mittlere Unternehmen unter Mittelstand-Digital an; das ist eine Ankündigung und keine Förderrichtlinie, einen Anspruch können Sie daraus nicht ableiten. Das INQA-Coaching läuft weiter: bis zu zwölf Coachingtage mit 80 Prozent Zuschuss für Betriebe unter 250 Beschäftigten, bei einem Beratertagessatz von höchstens 1.200 Euro netto nach der Förderrichtlinie vom 12. Juni 2026 (BAnz AT 22.06.2026 B2). Zur Laufzeit nennen die amtlichen Quellen drei Jahreszahlen, und sie meinen Verschiedenes: Nummer 8 der Richtlinie befristet sie bis zum 31. Dezember 2029, nach Nummer 5.2 werden die Coaching-Schecks bis zum 30. Juni 2028 ausgegeben und das Coaching ist bis zum 31. Dezember 2028 abzuschließen, und 2027 endet die ESF-Plus-Förderperiode. Die Seite des Bundesarbeitsministeriums lag bei der Prüfung im Stand vom 1. Juli 2025 vor und verwies auf die Richtlinie vom 11. April 2024, die Nummer 8 der neuen Fassung ausdrücklich ersetzt.
Bis Oktober 2026 stand an dieser Stelle ein Widerspruch zwischen amtlichen Bundesquellen — zur Höhe des Zuschusses und zur Laufzeit des INQA-Coachings. Aufgelöst hat er sich am Wortlaut der beiden Förderrichtlinien, die im Bundesanzeiger als HTML-Volltext vorliegen.
Geprüft an den amtlichen Quellen am 19. Oktober 2026. Die Landesprogramme und den KfW-Kredit finden Sie unter Digitalisierungsberatung.
Beratung oder Umsetzung – was ist was?
Beratung
Prozesse durchleuchten, Anwendungsfälle finden und nach Nutzen sortieren, Wirtschaftlichkeit rechnen, Fahrplan erstellen. Ergebnis ist eine Entscheidungsgrundlage, kein laufendes System.
Umsetzung
Das Gewählte tatsächlich bauen und in Betrieb nehmen. Dienstleister dafür finden Sie unter KI-Automatisierung Agentur.
Manche Anbieter machen beides aus einer Hand, andere nur eines von beidem. Fragen Sie vor der Beauftragung, ob auch ein „kein Handlungsbedarf“ als Ergebnis vorgesehen ist und wie Beratung und Umsetzung im Angebot getrennt ausgewiesen werden. Für die BAFA-Förderung ist die Trennung ohnehin relevant: Bezuschusst wird die konzeptionelle Beratung, nicht die anschließende Umsetzung. Wenn Ihre Frage noch gar nicht bei künstlicher Intelligenz liegt, sondern bei Abläufen, Systemen und Förderung, finden Sie den breiteren Einstieg unter Digitalisierungsberatung.
Was den Preis bestimmt
Einen Marktpreis für KI-Beratung gibt es nicht – die Angebote sind zu unterschiedlich zugeschnitten. Wo Anbieter Preise veröffentlichen, sind es Einstiegspreise für klar umrissene Formate; diese Angaben stehen bei den Einträgen weiter unten. Auch die Förderung gibt Ihnen keine feste Obergrenze an die Hand, an der Sie sich ausrichten könnten: Die BAFA-Richtlinie begrenzt die förderfähigen Beratungskosten, nicht den Preis einer Beratung — die Beträge dazu stehen im Kasten oben. Was den Preis treibt:
- Umfang des Formats. Ein eintägiger Workshop, eine mehrwöchige Analyse mit Fahrplan und ein Pilotprojekt mit echten Daten liegen in völlig verschiedenen Größenordnungen.
- Abrechnungsmodell. Festpreis oder Tagessatz. Beim Tagessatz ohne festgelegten Umfang tragen Sie das Risiko, dass die Analysephase länger dauert als gedacht.
- Größe des Hauses. Spezialisierte Berater und kleine Agenturen rufen andere Sätze auf als große Beratungshäuser. Ein höherer Satz bedeutet nicht automatisch bessere Arbeit.
- Was danach kommt. Laufende Wartung und Weiterentwicklung sind der Posten, den fast alle vergessen. Fragen Sie danach, bevor Sie unterschreiben – sonst überrascht Sie das im zweiten Jahr.
Lassen Sie sich jedes Angebot mit definiertem Leistungsumfang geben und holen Sie sich mindestens drei davon. Eine einzelne Zahl ohne Vergleich sagt in diesem Markt wenig aus.
Woran Sie eine gute Beratung erkennen
- Sie startet bei Ihren Prozessen, nicht bei der Technik. Die Werkzeugfrage sollte sich aus dem Anwendungsfall ergeben, nicht umgekehrt.
- Sie rechnet. Am Ende sollte stehen: Dieser Anwendungsfall spart X Stunden, kostet Y, rechnet sich in Z Monaten.
- Sie priorisiert. Nicht alles auf einmal, sondern ein klar begründeter erster Anwendungsfall.
- Das Ergebnis ist auf Sie zugeschnitten. Ein Bericht, der für jedes beliebige Unternehmen gelten könnte, ist sein Geld nicht wert.
- Sie spricht über Datenschutz und die KI-Verordnung – aber gibt zu, dass das keine Rechtsberatung ersetzt. Mehr dazu auf KI und Datenschutz.
Anbieter im Überblick
Angaben laut den Websites der Anbieter. Links und Preisangaben zuletzt geprüft: 10/2026. Die Reihenfolge ist keine Rangfolge. Kein Anbieter bezahlt für seinen Eintrag, und wir erhalten derzeit auch keine Vergütung für vermittelte Anfragen. Beides kann sich ändern – bezahlte Platzierungen kennzeichnen wir dann unmittelbar am Eintrag als „Anzeige“, eine Vermittlungsvergütung weisen wir an dieser Stelle aus. Wie wir uns finanzieren, steht auf Transparenz.
KI-Beratung Deutschland
Beratung und Umsetzung · Sitz Düsseldorf · Mitglied im KI-Bundesverband
Deckt Strategie und Umsetzung ab: Priorisierung von Anwendungsfällen, Risikobewertung und ein Fahrplan für Pilotprojekt, Implementierung und Skalierung. Als Einstieg nennt der Anbieter eine kostenlose Erstberatung von 30 Minuten, danach Workshops, eine KI-Potenzialanalyse oder eine unternehmensweite Strategieentwicklung.
Genannt werden außerdem Unternehmens-GPT und Wissensassistenten, KI-Agenten für Vertrieb, Kundenservice und Backoffice, Telefonassistenten sowie Schulungen und KI-Governance. Vor Projektstart soll ein definierter Leistungsumfang vorliegen. In den Monatspaketen sind nach Anbieterangabe Hosting, Modell- und API-Kosten bis zum vereinbarten Kontingent, Updates, Monitoring und Support enthalten; Telefonie-Grundgebühren, Lizenzen für Drittsysteme und kundenseitige Schnittstellenentwicklung weist der Anbieter gesondert aus. Anbieter ist die KBD KI-Beratung Deutschland® UG (haftungsbeschränkt) aus Düsseldorf, Amtsgericht Düsseldorf HRB 111737.
Für die Beratungsformate nennt der Anbieter folgende Netto-Preise (Preisseite des Anbieters, Preisstand 20. August 2026, gültig bis 31. Dezember 2026, abgerufen 10/2026): Workshoptag ab 1.900 €, zweitägiger Intensiv-Workshop ab 4.480 €, Tagessatz für einen Einzelabruf außerhalb des vereinbarten Projektumfangs ab 1.950 €, KI-Potenzialanalyse ab 2.900 € sowie KI-Strategie und Roadmap ab 5.900 €. Die Lösungsübersicht derselben Seite trägt einen eigenen Preisstand vom 18. Oktober 2026 und nennt ein Pilotprojekt ab 4.990 € und ein Unternehmens-GPT ab 8.900 €. Eine laufende Betreuung ab 490 € im Monat bietet der Anbieter nach eigener Angabe ausschließlich für Systeme an, die er nicht selbst erstellt hat; bei seinen eigenen Paketen ist der Betrieb im Monatspreis enthalten.
Datenhaltung: nach Schutzbedarf deutsche oder europäische Cloud, Private AI, On-Premise beim Kunden oder hybride Architektur · Preis: Erstberatung von 30 Minuten kostenfrei, Workshoptag ab 1.900 € netto, Pilotprojekt ab 4.990 € netto (Preisstände des Anbieters vom 20.08. und 18.10.2026, abgerufen 10/2026)
kiba solutions
Beratung und Umsetzung · Sitz Berlin · in Förderprogrammen des Bundes gelistet
Nach eigenen Angaben als Beratungsunternehmen im BAFA-Programm „Förderung von Unternehmensberatungen für KMU“ gelistet und seit Mai 2025 autorisierter INQA-Coach im Themenfeld Künstliche Intelligenz und Digitalisierung der Arbeitswelt; eine Beraternummer lag bei der Prüfung nicht vor. Zur Arbeitsteilung bei der Förderung schreibt der Anbieter: Die Antragstellung bleibt beim Unternehmen, geliefert werden die fachliche Beratung und die für den Verwendungsnachweis nötige Dokumentation. Eine Förderzusage gibt der Anbieter nach eigener Angabe nicht. Eine Kumulierung ist nach der Förderrichtlinie INQA-Coaching ohnehin ausgeschlossen: Nummer 4.3 verbietet die Kumulierung mit Förderungen, die aus anderen öffentlichen Programmen für den gleichen Förderzweck finanziert werden (Bundesanzeiger, BAnz AT 17.06.2024 B2, abgerufen 10/2026).
Inhaltlich genannt werden KI-Workflows, Automatisierung, Deployment und lokal betriebene KI-Systeme, angeboten unter anderem als KI-Praxis-Sprint über drei Beratungstage im Betrieb. Am Ende stehen laut Anbieter Prozesskarte, geprüfter Workflow-Entwurf, Tool- und Rechte-Matrix, 90-Tage-Plan und ein Beratungsbericht; die Umsetzung wird davon getrennt und separat angeboten. Das Unternehmen beschreibt sich als Zwei-Gründer-Betrieb aus Berlin mit über 100 Mittelstandsprojekten. Anbieter ist nach den eigenen Allgemeinen Geschäftsbedingungen im Stand von Februar 2026 die kiba solutions GmbH, Peter-Vischer-Str. 12, 12157 Berlin; Registerangaben lagen bei der Prüfung nicht vor.
Datenhaltung: bei den lokal betriebenen Systemen nach Anbieterangabe auf eigener Hardware beim Kunden; für Cloud- und Mischbetrieb nennt der Anbieter Server in Europa und vorab festgelegte Datenzonen · Preis: Tagesbaustein 1.300 €, Standard-Sprint 3.500 € netto (drei Beratungstage, abgerufen 10/2026)
Elasticbrains
Entwicklung und Automatisierung · Sitz München · n8n-Workflows und eigener Code nach Anwendungsfall
Beschreibt sich als KI-Agentur aus München, die KI-Systeme baut und betreibt: KI-Agenten, Wissenssysteme mit RAG, Automatisierung mit n8n, Telefonassistenten und, wo ein Standardmodell nach Anbieterangabe nicht genau genug ist, eigene trainierte Modelle. Zur Wahl zwischen n8n und eigenem Code nennt der Anbieter ein Kriterium: n8n, wenn der Ablauf klar ist und das Team ihn selbst anpassen soll; eigener Code dort, wo Umsatz, Pflichten oder viele Sonderfälle daran hängen.
Nach eigener Angabe seit August 2015 in München tätig, mit KI als Schwerpunkt seit 2024 und ersten eigenen Modelltrainings 2019. Der Einstieg erfolgt nach Anbieterangabe über ein kostenloses Erstgespräch von 30 Minuten, danach einen Machbarkeits-Sprint zum Festpreis, in dem der Anwendungsfall an echten Kundendaten gemessen wird; Bau und Betrieb folgen nach Umfang beziehungsweise Vereinbarung.
Datenhaltung: nach Anbieterangabe vor dem Bau gemeinsam festgelegt — beim Kunden (On-Premise), bei einem Hoster in Deutschland oder bei einem Cloud-Anbieter mit Servern in der EU · Preis: Erstgespräch von 30 Minuten kostenlos, KI-Workshop „Anwendungsfälle finden“ über 4 Stunden zum Festpreis 1.750 € zzgl. USt., Machbarkeits-Sprint ab 4.999 € zzgl. USt. als Festpreis; Bau nach Umfang, Betrieb nach Vereinbarung (Preisstand des Anbieters 09/2026, abgerufen 10/2026)
Häufige Fragen
Brauche ich überhaupt eine Beratung?
Nicht zwingend. Wenn Sie bereits genau wissen, welchen Ablauf Sie automatisieren wollen, können Sie direkt zu einem Umsetzer gehen und sparen einen ganzen Schritt. Beratung lohnt sich, wenn Sie nicht wissen, wo Sie anfangen sollen – oder wenn Sie eine Entscheidungsgrundlage für die Geschäftsführung brauchen.
Was passiert bei einer BAFA-geförderten Beratung?
Ein gelisteter Berater analysiert Ihr Unternehmen, benennt Schwachstellen und gibt konkrete Handlungsempfehlungen. Das Ergebnis ist ein Beratungsbericht, den Sie zusammen mit Rechnung und Zahlungsnachweis als Verwendungsnachweis einreichen. Wichtig: Antrag stellen, bevor der Beratungsvertrag geschlossen wird, und einen beim BAFA gelisteten Berater wählen – sonst gibt es keinen Zuschuss.
Ist ein KI-Workshop förderfähig?
Über die BAFA-Richtlinie nicht. Gefördert werden ausschließlich Einzelberatungen; Seminare, Workshops und Gruppenveranstaltungen sind ausgenommen. Wenn Sie beides wollen, trennen Sie es sauber: die konzeptionelle Beratung als geförderte Maßnahme, den Workshop als eigene Leistung.
Wie lange dauert das?
Ein Strategieworkshop ist an einem Tag machbar. Eine gründliche Analyse mit Fahrplan braucht einige Wochen; eine BAFA-geförderte Beratung darf fünf Tage nicht überschreiten. Ein Pilotprojekt liegt danach typischerweise bei einigen Wochen. Förderanträge brauchen zusätzlich Vorlauf – planen Sie das ein.
Was, wenn am Ende herauskommt, dass sich KI nicht lohnt?
Dann war die Beratung ihr Geld wert. Ein klares „nicht jetzt“ oder „nicht dafür“ spart Ihnen ein Projekt, das gescheitert wäre. Fragen Sie schon im Erstgespräch, ob dieses Ergebnis vorgesehen ist und wie es im Beratungsbericht festgehalten wird.
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