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Wissen · RAG

RAG-System: Firmenwissen für KI nutzbar machen

Ein Sprachmodell kennt Ihre Preisliste nicht, Ihr Handbuch nicht und Ihre internen Abläufe schon gar nicht. RAG löst genau das: Die KI schaut vor jeder Antwort in Ihren eigenen Dokumenten nach. Hier erfahren Sie, wie das funktioniert, was es kostet und wer es baut.

Was RAG bedeutet – ohne Fachchinesisch

RAG steht für „Retrieval-Augmented Generation“ – sinngemäß: erst nachschlagen, dann antworten. Stellen Sie sich einen neuen Mitarbeiter vor, der zwar gut formulieren kann, aber Ihre Firma nicht kennt. Geben Sie ihm einen Aktenschrank und die Regel „schau erst nach, bevor du antwortest“, wird er brauchbar. Genau das macht RAG.

  • 1. Dokumente aufbereiten. Handbücher, Preislisten, Verträge, FAQ und Protokolle werden in kleine Abschnitte zerlegt.
  • 2. Durchsuchbar ablegen. Die Abschnitte kommen in eine Vektordatenbank – eine Ablage, die nach Bedeutung sucht statt nach exakten Wörtern. Sie findet die Urlaubsregelung auch, wenn jemand „Wie viele freie Tage habe ich?“ fragt.
  • 3. Nachschlagen bei jeder Frage. Kommt eine Frage, werden zuerst die passenden Abschnitte geholt.
  • 4. Antworten lassen. Das Sprachmodell formuliert die Antwort ausschließlich auf Basis dieser Abschnitte – und nennt idealerweise die Quelle.

Der eigentliche Vorteil

Weil die Antwort aus Ihren Dokumenten stammt, ist sie überprüfbar. Ein gutes System nennt die Quelle mit – „Seite 14 der Betriebsvereinbarung“. Und wenn nichts Passendes gefunden wird, sagt es das, statt sich etwas auszudenken.

Zweiter Vorteil: Aktualisieren heißt Dokument austauschen. Kein neues Training, keine Wartezeit – die neue Preisliste rein, und ab der nächsten Frage gilt sie.

Wofür Unternehmen RAG einsetzen

  • Internes Wissen zugänglich machen – statt drei Kollegen zu fragen, wo die Regelung steht
  • Kundenanfragen beantworten – als Grundlage für Chatbots und Support-Automatisierung
  • Einarbeitung neuer Mitarbeitender – Fragen stellen statt Ordner durchblättern
  • Technische Dokumentation durchsuchen – besonders bei umfangreichen Handbüchern

Woran RAG-Projekte scheitern

Fast nie an der Technik – fast immer an den Dokumenten. Wenn drei Versionen desselben Handbuchs kursieren, liefert das System drei widersprüchliche Antworten. Wenn Wissen nur in Köpfen steckt, kann es nichts nachschlagen.

Zwei weitere Stolperfallen:

  • Berechtigungen. Ohne Abbildung der Zugriffsrechte sieht am Ende jeder die Gehaltsliste. Das muss von Anfang an mitgedacht werden.
  • Pflege. Ein RAG-System ist kein Projekt, sondern ein Zustand. Veraltete Dokumente drin lassen heißt veraltete Antworten – nur klingen sie überzeugend.

Vier Wege zum eigenen RAG-System

  • Fertige Plattform. Dokumente hochladen, fertig. Schnell, aber die Daten liegen beim Anbieter.
  • Mit n8n selbst bauen. Wenn ohnehin automatisiert wird, lässt sich RAG dort abbilden.
  • Open Source selbst betreiben. Auf eigenem oder gemietetem Server – volle Datenkontrolle, dafür Einrichtungsaufwand.
  • Von einer Agentur bauen lassen. Sinnvoll bei vielen Quellsystemen und feinen Berechtigungen.

Anbieter im Überblick

Angaben laut den Websites der Anbieter. Links und Preisangaben zuletzt geprüft: 09/2026. Die Reihenfolge ist keine Rangfolge. Kein Anbieter bezahlt für seinen Eintrag, und wir erhalten derzeit auch keine Vergütung für vermittelte Anfragen. Beides kann sich ändern – bezahlte Platzierungen kennzeichnen wir dann unmittelbar am Eintrag als „Anzeige“, eine Vermittlungsvergütung weisen wir an dieser Stelle aus. Wie wir uns finanzieren, steht auf Transparenz.

Verdacloud

Managed Service · Sitz Stadtbergen · Marke der Gnann Gruppe

Bietet unter dem Namen Secure Cloud RAG fertige Pakete an: Dokumente aus PDF, Word, Excel, PowerPoint, HTML, Markdown, CSV und Text werden indexiert, Confluence, SharePoint und Notion lassen sich anbinden. Neue und geänderte Dokumente werden je nach Paket in Echtzeit oder stündlich nachindexiert. Den Betrieb übernimmt der Anbieter samt Updates und Monitoring; bei Vertragsende werden nach eigener Angabe alle Daten gelöscht. Die Pakete unterscheiden sich in der Zahl der Dokumente, Nutzer und Datenquellen sowie in Zusatzfunktionen wie API-Zugang und Website-Chatbot. Das Starter-Paket umfasst nach Anbieterangabe bis zu 250 Dokumente, fünf Nutzer, drei Datenquellen und 500 Antworten im Monat, das Professional-Paket bis zu 1.000 Dokumente, zehn Nutzer, zehn Datenquellen und 2.500 Antworten im Monat samt eigenem Branding, API-Zugang und Website-Chatbot; für das Enterprise-Paket nennt der Anbieter unbegrenzte Kapazitäten und einen dedizierten Server. Verdacloud ist eine Marke der Gnann Verwaltung GmbH.

Datenhaltung: dedizierte Server in deutschen ISO-27001-Rechenzentren · Preis: RAG Starter 790 € im Monat, RAG Professional 1.490 € im Monat, jeweils netto zzgl. MwSt. bei zwölf Monaten Laufzeit; Einrichtung einmalig 2.490 € bzw. 4.990 €; Enterprise nach Anforderung

Flowise

Open-Source-Projekt · Entwicklung eingestellt · Sitz Beaverton, Oregon · gehört zu Workday

Visueller Baukasten für RAG-Abläufe und KI-Agenten: Bausteine werden auf einer Oberfläche verbunden, jeder fertige Ablauf steht anschließend als Schnittstelle bereit. Läuft auf dem eigenen Server, per npm oder Docker; daneben gibt es einen gehosteten Dienst des Anbieters. Die Community-Edition steht unter Apache 2.0. Laut Lizenzdatei des Projekts sind die Bestandteile im Verzeichnis enterprise – darunter die Identitätsverwaltung mit Anmeldung per SSO und rollenbasierten Rechten – kommerziell lizenziert. Flowise gehört zu Workday; die Nutzungsbedingungen von FlowiseAI Inc. beziehen die Workday Online Terms of Service ein.

Der Anbieter hat die Weiterentwicklung eingestellt: Nach eigener Ankündigung endete die aktive Entwicklung am 29.07.2026, das GitHub-Repository wurde am 13.08.2026 archiviert und ist seither schreibgeschützt, für den 31.08.2026 nennt der Anbieter das Ende der offiziellen Betreuung durch das Kernteam. Der Code bleibt unter Apache 2.0 abrufbar, und der Anbieter verweist ausdrücklich auf die Möglichkeit, das Repository zu forken. Die gehostete Variante war am 14.09.2026 weiterhin erreichbar und die Tarife weiterhin abrufbar; ein Abschaltdatum für die Cloud oder eine Frist für Datenexporte lag bei der Prüfung nicht vor.

Datenhaltung: im Selbstbetrieb auf eigener Infrastruktur, im gehosteten Dienst USA (Region US East 1) · Preis: Selbstbetrieb ohne Lizenzgebühr, gehosteter Dienst ab 35 $ im Monat · Stand: Entwicklung eingestellt, Repository seit 13.08.2026 archiviert (Prüfung 09/2026)

Groenewold IT Solutions

Agentur · Sitz Leer (Ostfriesland)

Anbieter ist die Groenewold IT Solutions GmbH aus Leer in Ostfriesland; sie setzt RAG-Systeme als Projekt um. Dokumente aus SharePoint, Confluence, Jira, Dateiservern und E-Mail-Systemen werden indexiert, dazu PDF- und Word-Dateien sowie Videomitschnitte über Transkription. Antworten kommen mit Quellenangabe; Berechtigungen aus den Quellsystemen wie SharePoint und Active Directory werden nach Anbieterangabe übernommen, dazu Zugriffsprotokollierung, Verarbeitungsverzeichnis, Löschfristen und eine am Betriebsmodell dokumentierte Löschung. Neue und geänderte Dateien werden über automatische Abgleichstrecken mit vereinbarter Frequenz nachindexiert. Für einen produktiven Pilot nennt der Anbieter bei klarer Datenquelle vier bis sechs Wochen, für eine Suche über mehrere angebundene Systeme vier bis acht Wochen.

Datenhaltung: EU-Hosting oder On-Premise beim Kunden · Preis: Pilot nach Anbieterangabe ab rund 15.000 € einmalig zzgl. MwSt. bei etwa 1.000 indexierten Dokumenten, der Kostenrechner des Anbieters weist 4.480 bis 52.136 € zzgl. MwSt. als Gesamtspanne aus; hinzu kommen Hosting, Betrieb, Support und nutzungsabhängige Gebühren für das Sprachmodell

innFactory

Produkt mit Einrichtung durch den Anbieter · Sitz Rosenheim · Grundlage Open Source

Das Produkt CompanyGPT wird nach Anbieterangabe automatisiert im Microsoft-Azure-Bereich des Kunden eingerichtet, alternativ auf der deutschen Cloud STACKIT; der Anbieter betreibt es ausdrücklich nicht als eigenen Dienst. Die Software steht auf Open-Source-Basis ohne Lizenzgebühr, Infrastruktur und Modellnutzung laufen direkt über das Cloud-Konto des Unternehmens. Anbindung an SharePoint samt Übernahme der dortigen Berechtigungen, Anmeldung über Microsoft Entra ID, Automatisierung über n8n und Erweiterung über das Model Context Protocol. Zur Einrichtung gehören nach Anbieterangabe KI-Richtlinien, Mitarbeiterschulung und eine Compliance-Beratung. Die RAG-Erweiterung companyRAG ist Bestandteil des Wartungsvertrags. Anbieter ist die innFactory AI Consulting GmbH aus Rosenheim.

Datenhaltung: in der Cloud des Kunden (Azure-Bereich, alternativ STACKIT) · Preis: 14.990 € einmalig für Einrichtung, Schulung und KI-Compliance, Wartungsvertrag optional 399 € im Monat, zzgl. USt.

KI-Beratung Deutschland

Beratung und Umsetzung · Sitz Düsseldorf

Baut Wissensassistenten und Unternehmens-GPTs mit kontrolliertem Zugriff auf freigegebene Dokumente. Der Einstieg läuft nach Anbieterangabe über ein kostenfreies Erstgespräch von 30 Minuten, einen Daten- und Prozesscheck und ein Pilotprojekt von vier bis acht Wochen. Als Betriebsmodelle nennt der Anbieter eine deutsche oder europäische Cloud, Private AI und On-Premise; zur Umsetzung gehören Auftragsverarbeitungsvertrag, Verarbeitungsverzeichnis und Dokumentation der technischen und organisatorischen Maßnahmen. In den Monatspreisen sind nach Anbieterangabe Hosting in deutschen Rechenzentren, Modell- und API-Kosten bis zum vereinbarten Kontingent, Updates, Monitoring und Support enthalten; Telefonie-Grundgebühren, Lizenzen für Drittsysteme und kundenseitige Schnittstellenentwicklung weist der Anbieter gesondert aus. Anbieter ist die KBD KI-Beratung Deutschland UG (haftungsbeschränkt).

Datenhaltung: deutsche oder europäische Cloud, Private AI oder On-Premise beim Kunden · Preis: Erstberatung von 30 Minuten kostenfrei, Pilotprojekt ab 4.990 € (Startseite des Anbieters, 09/2026); die datierte Preisübersicht des Anbieters nennt für ein produktives Pilotprojekt 6.900 € und für ein Unternehmens-GPT 8.900 bis 29.900 € zzgl. 690 bis 2.400 € im Monat (Preisstand 20.08.2026)


Häufige Fragen

Muss ich dafür ein eigenes Modell trainieren?

Nein – und das ist der Punkt. RAG kommt ohne Training aus. Genau deshalb ist es für die meisten Unternehmen der praktikable Weg: günstiger, schneller und jederzeit aktualisierbar.

Erfindet die KI dann nichts mehr?

Deutlich seltener, aber nicht nie. Deshalb gehören Quellenangaben dazu, damit sich jede Antwort nachprüfen lässt. Bei rechtlich heiklen Auskünften sollte immer ein Mensch drauf schauen.

Was kostet ein RAG-System?

Eine Pauschalzahl gibt es nicht. Die Kosten setzen sich in der Regel aus vier Blöcken zusammen: einmalige Einrichtung, laufende Kosten für Hosting oder einen gemieteten Server, nutzungsabhängige Kosten für das Sprachmodell und der Aufwand für die Pflege der Dokumente. Wie hoch die einzelnen Blöcke ausfallen, hängt vor allem von der Zahl der angebundenen Quellsysteme, der Dokumentenmenge und den Anforderungen an die Berechtigungen ab. Was ein Anbieter dazu selbst sagt, steht bei seinem Eintrag im Feld „Datenhaltung · Preis“.

Wie fange ich klein an?

Mit einem klar abgegrenzten Dokumentenbestand, der für alle sichtbar sein darf – etwa die Produktdokumentation oder eine FAQ-Sammlung. Damit umgehen Sie die Berechtigungsfrage im ersten Schritt und sehen schnell, ob die Antwortqualität überzeugt.

Passenden Anbieter anfragen

Sagen Sie uns kurz, welche Dokumente durchsucht werden sollen. Wir sehen uns Ihre Anfrage an und geben sie an die Anbieter aus dem Verzeichnis weiter, die fachlich dazu passen – es können sich also mehrere bei Ihnen melden. Kostenlos und unverbindlich.

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Wie wir mit Ihren Daten umgehen, steht in unserer Datenschutzerklärung.

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