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KI-Kompetenz · Schulung

KI-Schulung für Mitarbeiter

Seit Februar 2025 müssen Unternehmen, die KI-Systeme anbieten oder einsetzen, für ausreichende KI-Kompetenz der Personen sorgen, die damit arbeiten. Was das konkret heißt, legt die KI-Verordnung bewusst nicht fest – weder Format noch Umfang noch Zertifikat. Hier steht, was die Bundesnetzagentur dazu sagt, welche kostenlosen Angebote sie nennt und welche Anbieter Schulungen durchführen.

Stand: September 2026. Dieser Text ist eine inhaltliche Einordnung und keine Rechtsberatung.

Wie diese Liste entstanden ist

Ausgewählt. Aufgenommen wird, wer KI-Kompetenz-Schulungen mit Bezug zu Artikel 4 der KI-Verordnung als eigenes, öffentlich beschriebenes Angebot führt und ein prüfbares Impressum hat. Behörden und reine Informationsseiten ohne eigenes Schulungsangebot zählen nicht dazu.

Bezahlt hat niemand. Kein Anbieter zahlt für die Aufnahme oder die Reihenfolge, und aktuell erhalten wir auch keine Vergütung für vermittelte Anfragen. Ändert sich das, kennzeichnen wir eine bezahlte Platzierung unmittelbar am Eintrag als „Anzeige“ und weisen eine Vermittlungsvergütung an dieser Stelle aus.

Geprüft im September 2026. Angaben zu Format, Preis und Zertifikat stammen von den Websites der Anbieter, Stand des Abrufs ist September 2026. Wo ein Anbieter etwas nicht veröffentlicht – meist den Preis – steht das so da, statt eine Zahl zu schätzen.

Womit PontoIt Geld verdienen soll. Wie wir uns finanzieren und was sich daran ändern kann, steht ausführlich auf Transparenz.

Was Artikel 4 verlangt

Artikel 4 der KI-Verordnung gilt seit dem 2. Februar 2025. Anbieter und Betreiber von KI-Systemen ergreifen danach Maßnahmen, um „nach besten Kräften“ sicherzustellen, dass ihr Personal und andere Personen, die in ihrem Auftrag KI-Systeme betreiben oder nutzen, über ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz verfügen. Berücksichtigt werden dabei technische Kenntnisse, Erfahrung, Ausbildung und der Einsatzkontext.

Die Bundesnetzagentur nennt in ihrer Orientierungshilfe vier Grundsteine: den individuellen Bedarf ermitteln, die Maßnahmen daran ausrichten, sie regelmäßig auffrischen und sie dokumentieren. Zur Dokumentation gehören demnach die Art der Maßnahmen, ihr inhaltlicher und zeitlicher Umfang sowie die teilnehmenden Personen.

Was nicht vorgeschrieben ist

Die Bundesnetzagentur führt ausdrücklich auf, was für die Einhaltung von Artikel 4 nicht verlangt wird:

  • keine formalisierten oder standardisierten Trainingsmaßnahmen
  • keine externen Zertifizierungen der durchgeführten Maßnahmen
  • kein KI-Beauftragter
  • keine regelmäßige Vorabprüfung der Maßnahmen durch Aufsichtsbehörden

Ebenso schreibt die Verordnung kein Format vor. Nach Darstellung der Bundesnetzagentur reicht die Bandbreite von Selbstlernprogrammen über Workshops und Schulungen bis zu mehrstufigen Fortbildungsprogrammen, und die Maßnahmen können organisationsintern wie -extern durchgeführt werden. Eine gekaufte Schulung ist damit ein möglicher Weg, nicht der vorgeschriebene.

Seit dem 2. August 2026

Seit diesem Datum gilt der überwiegende Teil der KI-Verordnung, darunter die Regeln zur Marktüberwachung. Die Kompetenzpflicht selbst gilt schon seit Februar 2025. Seit demselben Datum greifen auch die Transparenzpflichten – dazu steht mehr auf KI-Kennzeichnungspflicht.

Kostenlose Angebote, auf die die Bundesnetzagentur hinweist

Die Bundesnetzagentur listet auf ihrer Seite zur KI-Kompetenz mehrere kostenfreie Anlaufstellen und Kurse auf. Sie stehen hier, weil sie zur Sache gehören – nicht als Empfehlung und nicht als Vergleich zu den Angeboten weiter unten.

  • Mittelstand-Digital Zentren. Im Netzwerk stehen laut Bundesnetzagentur etwa 100 KI-Trainer bereit, die kleine und mittlere Unternehmen individuell und anbieterneutral unterstützen – mit Workshops, Vorträgen und Demonstratoren.
  • European Digital Innovation Hubs. Unterstützung für KMU und öffentliche Einrichtungen, unter anderem beim Aufbau von Digitalisierungskompetenz.
  • Kostenlose Online-Kurse. Genannt werden das Lernportal des appliedAI Institute, Elements of AI und der KI-Campus.
  • Material der EU-Kommission. Das KI-Büro sammelt Umsetzungsbeispiele und stellt FAQ zur KI-Kompetenz bereit.

Quelle: Bundesnetzagentur, Seite „KI-Kompetenz“, abgerufen im Juli 2026.

Woran sich Angebote unterscheiden

Die Angebote im Markt sind unterschiedlich zugeschnitten. Diese Fragen helfen beim Sortieren, ohne dass es dafür eine allgemein richtige Antwort gäbe:

  • Zielgruppe. Geht es um alle Mitarbeitenden, um Führungskräfte oder um eine Rolle wie Entwicklung, HR oder Compliance?
  • Format. Selbstlernkurs, Live-Seminar, Inhouse-Termin oder Lehrgang über mehrere Module?
  • Nachweis. Teilnahmebescheinigung, Zertifikat des Anbieters oder Prüfung durch eine getrennte Zertifizierungsstelle?
  • Bezug zum eigenen Betrieb. Werden die tatsächlich eingesetzten Systeme und deren Risiken behandelt oder nur Grundlagen?
  • Aktualisierung. Wird der Inhalt gepflegt, und wie werden Auffrischungen abgebildet?
  • Dokumentation. Liefert der Anbieter Teilnahmedaten in einer Form, die sich als Nachweis ablegen lässt?

Anbieter im Überblick

Angaben laut den Websites der Anbieter. Links und Preisangaben zuletzt geprüft: 09/2026. Die Reihenfolge ist keine Rangfolge. Kein Anbieter bezahlt für seinen Eintrag, und wir erhalten derzeit auch keine Vergütung für vermittelte Anfragen. Beides kann sich ändern – bezahlte Platzierungen kennzeichnen wir dann unmittelbar am Eintrag als „Anzeige“, eine Vermittlungsvergütung weisen wir an dieser Stelle aus. Wie wir uns finanzieren, steht auf Transparenz.

AnbieterSitzFormatZielgruppePreis veröffentlicht
activeMind.academyMünchenE-LearningMitarbeitende, Führungskräfteja
TÜV Rheinland AkademieBerlinPräsenz und onlineverschiedene Kenntnisstufenja
Haufe AkademieFreiburgPräsenz, online, Inhouserechtlicher Schwerpunktja
Fraunhofer IAISSankt AugustinPräsenz, ZertifizierungEinstieg bis Managementja
Bitkom AkademieBerlinLive-Online, E-LearningUnternehmen allgemeinja (kostenfrei)
Telekom MMSDresdenOnline-Webinaralle Mitarbeitendennein
Proliance AIMünchenOnline, auf AnfrageAnwender bis Geschäftsführungnein
BVDWBerlinE-Learningalle Mitarbeitendenja

activeMind.academy

E-Learning · Sitz München · Abschlusstest mit Zertifikat

Lernplattform der activeMind AG mit Onlinekursen zu Datenschutz, Informationssicherheit, künstlicher Intelligenz, Arbeitssicherheit und Compliance. Zur KI-Kompetenz gibt es nach Anbieterangaben je einen Kurs für Mitarbeitende und einen für Führungskräfte. Der Abschlusstest umfasst elf Fragen; wer mindestens sieben richtig beantwortet, kann ein Zertifikat herunterladen. Für die Einbindung in eine eigene Lernumgebung wird ein SCORM-Export angeboten.

Datenhaltung: europäische Rechenzentren, bei Wartung und Support Übermittlung in die USA möglich · Preis: ab 17 € je Lizenz · beide Angaben des Anbieters, 09/2026

TÜV Rheinland Akademie

Seminare und Lehrgänge · Sitz Berlin · Präsenz und online

Weiterbildungsanbieter der TÜV Rheinland Gruppe mit einem Themenbereich zu künstlicher Intelligenz und Datenanalyse. Dazu zählen nach Anbieterangaben Seminare für verschiedene Kenntnisstufen, ein E-Learning zur EU-KI-Verordnung und der Lehrgang „KI-Beauftragter (TÜV)“. Nach der Teilnahme wird ein digitaler Badge per E-Mail verschickt, der den Seminartitel nennt und auf eine Verifizierungsseite verlinkt.

Datenhaltung: eigene Server in Deutschland, Weitergabe an Dienstleister in Drittländern möglich · Preis: 33,60 € netto je Teilnahme am E-Learning „EU AI-Act“

Haufe Akademie

Offene Seminare · Sitz Freiburg · Inhouse und E-Learning

Weiterbildungsanbieter, nach eigenen Angaben seit 1978 am Markt. Angeboten werden Seminare vor Ort, live online und als Inhouse-Schulung sowie E-Learnings; die eigene Website spricht von 160 KI-Trainings. Zum Thema gehören unter anderem ein Tagesseminar mit rechtlichem Schwerpunkt und ein Seminar zum EU AI Act. Die Inhouse-Seite nimmt ausdrücklich auf Artikel 4 der KI-Verordnung Bezug.

Datenhaltung: europäische Rechenzentren, bei Wartung und Support Übermittlung in die USA möglich · Preis: 890 € netto je Teilnahme am Tagesseminar „Die EU KI-Verordnung“

Fraunhofer IAIS

Forschungsinstitut · Sitz Sankt Augustin · Zertifizierung nach ISO 17024

Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme. Das Schulungsangebot reicht nach eigener Beschreibung von niedrigschwelligen Einstiegskursen über Briefings für das Management bis zu technischen Deep Dives, ergänzt um Zertifizierungen nach ISO 17024. Prüfung und Schulung sind getrennte Anmeldungen, die Prüfung nimmt die Fraunhofer-Personenzertifizierungsstelle ab. Für den „Kompakteinstieg Künstliche Intelligenz“ nennt die Anbieterseite vier Stunden plus E-Learning und höchstens 20 Teilnehmende.

Datenhaltung: Deutschland, Übermittlung in Drittländer ausgeschlossen · Preis: 590 € je Teilnahme am Kompakteinstieg Künstliche Intelligenz, steuerfrei nach § 4 Nr. 22a UStG

Bitkom Akademie

Verbandsakademie · Sitz Berlin · Live-Seminare und Web Based Trainings

Weiterbildungsangebot des Branchenverbands Bitkom, nach eigenen Angaben mit jährlich über 400 Weiterbildungen. Die KI-Kompetenzschulungen werden als Live-Seminare sowie als E-Learnings und Web Based Trainings angeboten und orientieren sich laut Anbieter am Umsetzungsleitfaden des Bitkom; Inhouse-Varianten lassen sich auf Farben, Schrift und eigene Anwendungsbeispiele anpassen. Zum Abschluss gibt es eine Teilnahmebescheinigung oder ein Zertifikat. Die Akademie ist eigenen Angaben zufolge anerkannter Bildungsträger in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

Datenhaltung: für Live-Online-Seminare, Umfragen und digitales Whiteboard Dienstleister in den USA (Zoom, Microsoft, Miro), übrige Dienstleister mit Sitz in der EU · Preis: kostenfrei für das eintägige Live-Online-Seminar „KI-Kompetenz für Unternehmen“

Deutsche Telekom MMS GmbH

Online-Webinar · Sitz Dresden · Teil der Deutschen Telekom

Deutsche Telekom MMS GmbH, ein Tochterunternehmen der Deutschen Telekom mit Sitz in Dresden. Nach Anbieterangaben werden KI-Kompetenz-Schulungen als etwa 90-minütiges virtuelles Webinar angeboten, inhaltlich zu EU-AI-Act-Grundlagen, Risikoeinschätzung, ethischen Fragen und dem praktischen Umgang mit KI-Systemen. Die Schulung richtet sich sowohl an KI-Neulinge als auch an Mitarbeitende mit Vorerfahrung; feste Wöchentliche Termine werden laut Anbieter angeboten, eine Mindestteilnehmerzahl gibt es nicht. Nach Abschluss wird eine Teilnahmebescheinigung per E-Mail versendet.

Passt, wenn eine kurze, terminierte Online-Schulung für gemischte Vorkenntnisse gesucht wird · Preis: vom Anbieter nicht veröffentlicht, individuelles Angebot nach Anfrage

PROLIANCE GmbH

Online, auf Anfrage · Sitz München · zwei Kompetenzstufen

PROLIANCE GmbH, ein auf KI-Compliance spezialisiertes Beratungsunternehmen mit Sitz in München. Nach Anbieterangaben werden zwei Schulungsstufen angeboten: eine Basis-Schulung für Anwenderinnen und Anwender von KI-Systemen mit Grundlagen, Risiken und rechtlichen Anforderungen, sowie eine Schulung für Geschäftsführung und Entscheidungsträger mit vertiefter rechtlicher Einordnung (KI-Verordnung, DSGVO, NIS2) und KI-Governance-Strukturen. Beide Formate schließen laut Anbieter mit einem Wissenstest und Zertifikat ab, das als Nachweis zu Artikel 4 der KI-Verordnung dienen soll. Termine und Preise werden nach Anfrage individuell vereinbart.

Passt, wenn neben der Basisschulung auch eine eigene Schulungsstufe für Entscheidungsträger gebraucht wird · Preis: vom Anbieter nicht veröffentlicht, auf Anfrage

Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e. V.

E-Learning · Sitz Berlin · eingetragener Verein

Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e. V., ein Branchenverband mit Sitz in Berlin. Der Grundlagenkurs „KI-Kompetenz“ ist nach Anbieterangaben ein E-Learning von rund 25 bis 30 Minuten mit kurzen Videolektionen zu vier Themenfeldern: Umgang mit vertraulichen Daten, Erkennen von Falschangaben und Verantwortlichkeit, Rollenverteilung im Unternehmen und regelkonformer Einsatz von KI unter Bezug auf die KI-Verordnung. Der Kurs richtet sich laut Anbieter an alle Mitarbeitenden unabhängig von Rolle und Vorkenntnissen. Nach Abschluss wird ein individuelles PDF-Zertifikat ausgestellt.

Passt, wenn ein kurzer, günstiger Basiskurs für die gesamte Belegschaft gesucht wird · Preis: 350 € Pauschale bis 24 Mitarbeitende, 7,50 bis 14,50 € je Lizenz ab 25 Mitarbeitenden, zuzüglich 15 % Plattformgebühr


Häufige Fragen

Sind KI-Schulungen Pflicht?

Pflicht ist die KI-Kompetenz, nicht die Schulung in einer bestimmten Form. Artikel 4 verlangt Maßnahmen, mit denen Anbieter und Betreiber nach besten Kräften ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz sicherstellen. Welche Maßnahmen das sind, entscheidet die Organisation nach ihrem Bedarf – die Bundesnetzagentur nennt ausdrücklich auch interne Maßnahmen und Selbstlernprogramme als mögliches Format.

Brauchen wir ein Zertifikat?

Für die Einhaltung von Artikel 4 ist nach Darstellung der Bundesnetzagentur keine externe Zertifizierung der durchgeführten Maßnahmen vorgeschrieben. Ein Zertifikat kann trotzdem sinnvoll sein, etwa als Beleg für die eigene Dokumentation oder weil es intern verlangt wird. Das ist eine betriebliche Entscheidung, keine Vorgabe der Verordnung.

Reicht ein kostenloses Online-Angebot?

Die Verordnung schreibt kein Format vor, also lässt sich das nicht pauschal beantworten. Maßgeblich sind laut Bundesnetzagentur die Rolle der Organisation, die eingesetzten Systeme, das damit verbundene Risiko und die Vorkenntnisse der beteiligten Personen. Ein Grundlagenkurs deckt anderes ab als eine rollenspezifische Schulung – ob das im konkreten Fall genügt, ist eine Frage des Bedarfs.

Was sollte dokumentiert werden?

Die Bundesnetzagentur empfiehlt, die getroffenen Maßnahmen gut zu dokumentieren, und nennt dafür die Art der Maßnahmen, ihren inhaltlichen und zeitlichen Umfang sowie die teilnehmenden Personen. Sie weist außerdem darauf hin, dass ein Mangel an KI-Kompetenz als Verletzung der Sorgfaltspflicht gewertet werden kann, insbesondere wenn dadurch ein Schaden entsteht.

Was kostet eine KI-Schulung?

Das hängt vom Format ab und lässt sich nicht seriös als eine Zahl angeben. Wo in der Liste oben eine Zahl steht, ist das Angebot dabei genannt, auf das sie sich bezieht – ein einzelnes Seminar oder ein E-Learning. Untereinander sind diese Zahlen nicht vergleichbar, und andere Formate desselben Anbieters kosten anderes. Für eine Einordnung hilft die Frage, ob pro Kopf, pro Termin oder pro Lizenz abgerechnet wird und ob Auffrischungen enthalten sind.

Wer muss geschult werden?

Artikel 4 erfasst das eigene Personal und andere Personen, die im Auftrag der Organisation mit dem Betrieb oder der Nutzung von KI-Systemen befasst sind. Dazu zählen laut Bundesnetzagentur auch Auftragnehmer und Dienstleister. Die Pflicht gilt unabhängig von Branche und Organisationsgröße und ist nicht an die Risikoklasse des Systems gebunden.

Passenden Anbieter anfragen

Schreiben Sie uns, wen Sie schulen wollen und mit welchen KI-Systemen gearbeitet wird. Wir sehen uns Ihre Anfrage an und geben sie an die Anbieter aus dem Verzeichnis weiter, die fachlich dazu passen – es können sich also mehrere bei Ihnen melden. Kostenlos und unverbindlich.

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