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KI-Vertragsprüfung

Eine KI-gestützte Vertragsprüfung liest Verträge automatisch ein, gleicht Klauseln mit hinterlegten Regeln oder Playbooks ab und markiert riskante oder fehlende Bestimmungen, statt dass ein Mensch jede Seite einzeln durchgeht. Hier stehen sechs Anbieter solcher Werkzeuge im Vergleich, dazu was der Preis davon abhängt und welche Fragen vor einer Entscheidung zu klären sind. Eine KI-Prüfung ersetzt dabei keine abschließende rechtliche Bewertung durch eine Juristin oder einen Juristen.

Stand: September 2026. Dieser Text ist eine inhaltliche Einordnung und keine Rechtsberatung.

Wie diese Liste entstanden ist

Ausgewählt. Aufgenommen wird, wer eine KI-gestützte Vertragsprüfung oder -analyse als eigenes, öffentlich beschriebenes Produkt anbietet und ein prüfbares Impressum hat. Reine Ratgeberseiten, Vergleichsportale ohne eigenes Werkzeug und Anbieter, die ausschließlich für Großkonzerne mit eigenem Vertriebsteam arbeiten, zählen nicht dazu.

Bezahlt hat niemand. Kein Anbieter zahlt für die Aufnahme oder die Reihenfolge, und aktuell erhalten wir auch keine Vergütung für vermittelte Anfragen. Ändert sich das, kennzeichnen wir eine bezahlte Platzierung unmittelbar am Eintrag als „Anzeige“ und weisen eine Vermittlungsvergütung an dieser Stelle aus.

Geprüft im September 2026. Angaben zu Funktion, Datenhaltung und Preis stammen von den Websites der Anbieter, Stand des Abrufs ist September 2026. Wo ein Anbieter etwas nicht veröffentlicht – meist den Preis –, steht das so da, statt eine Zahl zu schätzen.

Womit PontoIt Geld verdienen soll. Wie wir uns finanzieren und was sich daran ändern kann, steht ausführlich auf Transparenz.

Was eine KI-Vertragsprüfung ist – und was nicht

Der Begriff bezeichnet Software, die einen hochgeladenen Vertrag automatisiert liest: Sie erkennt Vertragsparteien, Fristen und Bedingungen, bewertet Klauseln nach Risikograd und gleicht den Text mit unternehmensinternen Vorgaben – sogenannten Playbooks – oder mit Standardklauseln ab. Am Ende steht eine Liste von Fundstellen mit Einordnung, teils mit Formulierungsvorschlägen für eine Nachverhandlung.

Das ist etwas anderes als Vertragsmanagement-Software, die vor allem die Ablage, Fristenüberwachung und Verwaltung bestehender Verträge organisiert – vier der sechs Anbieter unten bieten beides in einem Produkt an, die reine Analysefunktion ist dann ein Baustein darin. Und es ersetzt keine anwaltliche Prüfung: Die Software liefert eine Vorprüfung und Priorisierung, die Entscheidung über eine riskante Klausel bleibt bei einem Menschen. Wer eine laufende rechtliche Betreuung sucht, ist bei einer Kanzlei besser aufgehoben als bei einem reinen Analysewerkzeug.

Was das Werkzeug leistet

  • Klausel-Erkennung. Vertragsparteien, Laufzeiten, Kündigungsfristen und Zahlungsbedingungen werden automatisch identifiziert.
  • Risikobewertung. Abweichungen von einem hinterlegten Standard oder Playbook werden nach Schweregrad markiert, meist niedrig, mittel oder hoch.
  • Formulierungsvorschläge. Für abweichende oder riskante Klauseln liefern mehrere Werkzeuge Textvorschläge für eine Nachverhandlung.
  • Versionsvergleich. Änderungen zwischen zwei Vertragsfassungen werden automatisch gegenübergestellt.
  • Anbindung an bestehende Abläufe. Je nach Anbieter als Weboberfläche, als Add-in für Textverarbeitung oder über eine Schnittstelle in ein Vertragsmanagement-System.

Fragen, die vor der Unterschrift zu stellen sind

  • Welche Vertragsarten deckt das Playbook ab? Ein Werkzeug, das auf Einkaufs- und Lieferverträge trainiert ist, prüft einen Mietvertrag oder Arbeitsvertrag nicht mit derselben Tiefe. Vor dem Test klären, ob die eigenen Vertragstypen im Standardumfang enthalten sind oder gesondert eingerichtet werden müssen.
  • Wo liegen die hochgeladenen Verträge? Verträge enthalten häufig Geschäftsgeheimnisse und personenbezogene Daten. Serverstandort, Auftragsverarbeitungsvertrag und die Frage, ob Inhalte zum Training weiterer Modelle verwendet werden, gehören vor der ersten Testfreigabe geklärt.
  • Wer trägt die Verantwortung für eine übersehene Klausel? Die Software liefert eine Einschätzung, keine Garantie. Zu klären ist, wie der Anbieter das im Vertrag formuliert und ob eine Fehleinschätzung Haftungsfolgen für den Anbieter hat.
  • Wie wird abgerechnet? Pro Nutzer und Monat, nach Anzahl geprüfter Verträge oder als Unternehmenspauschale – die Modelle unterscheiden sich stark und wirken sich bei schwankendem Prüfvolumen unterschiedlich aus.
  • Lässt sich das Playbook selbst anpassen? Ein Werkzeug mit festen Regeln passt nur so lange, wie die eigenen Vertragsstandards unverändert bleiben. Wer eigene Klauseln nachpflegen will, braucht eine Software, die das ohne Anbieteranfrage erlaubt.

Was den Preis bestimmt

Die Preismodelle der sechs Anbieter unten sind unterschiedlich aufgebaut, und nur zwei von ihnen veröffentlichen überhaupt Zahlen. Wo Preise offenliegen, hängen sie vor allem von drei Größen ab: der Zahl der Nutzerinnen und Nutzer mit Zugang, der Zahl oder dem Umfang der verwalteten Verträge und dem gewählten Funktionspaket – ein Basistarif ohne Playbook-Anpassung oder Schnittstellen kostet spürbar weniger als ein Paket mit individueller Konfiguration und Support.

Von den geprüften Anbietern nennt fynk konkrete Monatspreise je Nutzer, gestaffelt nach Funktionsumfang und mit Rabatt bei jährlicher Zahlung. ContractHero staffelt drei Pakete nach Zahl der eingeschlossenen Nutzer und Verträge, nennt aber keinen Preis dazu – hier ist ein Angebot nach Anfrage der einzige Weg zu einer Zahl. Bei Logicc, Legartis, Everwise und Tomorro lag bei der Prüfung kein veröffentlichter Preis vor; alle vier bieten eine kostenlose Testphase oder eine Demo an, aus der sich ein individuelles Angebot ergibt. Wer mehrere Anbieter vergleicht, sollte deshalb nach derselben Vertragsanzahl und Nutzerzahl fragen, um vergleichbare Angebote zu bekommen.


Anbieter im Überblick

Angaben laut den Websites der Anbieter. Links und Preisangaben zuletzt geprüft: 09/2026. Die Reihenfolge ist alphabetisch und keine Rangfolge. Kein Anbieter bezahlt für seinen Eintrag, und wir erhalten derzeit auch keine Vergütung für vermittelte Anfragen. Beides kann sich ändern – bezahlte Platzierungen kennzeichnen wir dann unmittelbar am Eintrag als „Anzeige“, eine Vermittlungsvergütung weisen wir an dieser Stelle aus. Wie wir uns finanzieren, steht auf Transparenz.

AnbieterSitzSchwerpunktDatenhaltungPreis veröffentlicht
ContractHeroHalle (Saale), DeutschlandVertragsmanagement mit KI-AnalyseDeutschlandnein
Everwise (lavelio GmbH)Wurzen, Deutschlandreine VertragsanalyseDeutschlandnein
fynkWien, ÖsterreichVertragsmanagement mit KI-AnalyseDeutschlandja
LegartisZürich, Schweizreine VertragsprüfungSchweiz und Europanein
LogiccHamburg, DeutschlandKI-Plattform für Rechtsberufe, u. a. VertragsprüfungDeutschlandnein
TomorroMünchen, DeutschlandVertragsmanagement mit KI-Analysebei der Prüfung nicht veröffentlichtnein

ContractHero

Sitz Halle (Saale) · Vertragsmanagement mit KI-Analyse · gehostet in Deutschland

ContractHero GmbH, ein Anbieter cloudbasierter Vertragsmanagement-Software mit Sitz in Halle (Saale). Nach Anbieterangaben verbindet das Produkt eine zentrale Vertragsablage mit Volltextsuche, KI-gestützter Vertragsanalyse, Fristenmanagement, digitaler Signatur und Reporting. Die Software richtet sich nach eigener Darstellung an mittelständische und größere Unternehmen. Drei Pakete – Essential, Professional und Enterprise – unterscheiden sich nach Anzahl der eingeschlossenen Verträge und Nutzerinnen und Nutzer; Zusatzfunktionen wie Mehrmandantenfähigkeit oder eigene Single-Sign-on-Anbindung sind als Erweiterung buchbar.

Passt, wenn neben der reinen Prüfung auch eine zentrale Vertragsablage mit Fristenüberwachung gebraucht wird · Datenhaltung: nach Anbieterangabe Hosting auf deutschen Servern, ISO 27001 zertifiziert · Preis: lag bei der Prüfung nicht vor, drei Pakete nach Anfrage

Everwise

Sitz Wurzen · reine Vertragsanalyse · Betreiberin: lavelio GmbH

Everwise ist eine Marke der lavelio GmbH mit Sitz in Wurzen. Die Software ist nach Anbieterangaben auf die automatisierte Analyse einzelner Verträge spezialisiert, ohne ein umfassendes Vertragsmanagement-System zu sein: Sie liest Rahmenverträge, Allgemeine Geschäftsbedingungen, Werkverträge oder Lizenzvereinbarungen ein, extrahiert relevante Klauseln und markiert Risiken. Zielgruppe sind laut Anbieter Rechtsteams und Rechtsabteilungen, die einzelne Prüfvorgänge beschleunigen wollen, statt Verträge dauerhaft in einem System zu verwalten.

Passt, wenn eine einzelne Prüffunktion gesucht wird statt eines kompletten Vertragsmanagement-Systems · Datenhaltung: nach Anbieterangabe auf deutschen Servern, On-Premise-Installation für sensible Dokumente möglich · Preis: lag bei der Prüfung nicht vor, kostenlose Testversion und Demo verfügbar

fynk

Sitz Wien · Vertragsmanagement mit KI-Analyse · veröffentlichte Preise

fynk GmbH, ein österreichischer Anbieter mit Sitz in Wien. Die Software deckt nach Anbieterangaben den gesamten Vertragszyklus ab – Erstellung, Verhandlung, digitale Unterzeichnung, Verwaltung und KI-gestützte Analyse – und richtet sich an Teams unterschiedlicher Größe, von Einzelpersonen bis zu größeren Organisationen. Als einer von nur zwei geprüften Anbietern nennt fynk konkrete monatliche Preise je Nutzerin oder Nutzer, gestaffelt nach drei kostenpflichtigen Paketen plus einer kostenlosen Einstiegsstufe.

Passt, wenn ein klar bepreistes Einstiegsangebot gesucht wird, das mit dem Team wachsen kann · Datenhaltung: nach Anbieterangabe ausschließlich in ISO-27001-zertifizierten deutschen Rechenzentren · Preis: ab 0 € (Einzelpersonen), Essential ab 19 €, Business ab 39 € je Nutzer und Monat bei jährlicher Zahlung, Pro-Paket individuell

Legartis

Sitz Zürich, Schweiz · reine Vertragsprüfung · mehrsprachig

Legartis Technology AG mit Sitz in Zürich. Die Software ist nach Anbieterangaben auf die automatisierte Vertragsprüfung spezialisiert und richtet sich an Rechts-, Vertriebs- und Einkaufsteams sowie an Personen ohne juristische Ausbildung. Genannt werden Funktionen wie automatische Korrekturvorschläge, vordefinierte Verhandlungsfallbacks, ein Versionsvergleich und eine gemeinsame Arbeitsumgebung für mehrere Beteiligte; die Prüfung soll laut Anbieter unabhängig vom Vertragstyp und in mehreren europäischen Sprachen funktionieren. Für sicherheitskritische Fälle wird zusätzlich eine On-Premise-Variante angeboten.

Passt, wenn Verträge in mehreren europäischen Sprachen geprüft werden müssen · Datenhaltung: nach Anbieterangabe Serverstandorte in der Schweiz und in Europa, ISO 27001 zertifiziert, On-Premise optional · Preis: lag bei der Prüfung nicht vor, Demo oder Testzugang nach Anfrage

Logicc

Sitz Hamburg · KI-Plattform für Rechtsberufe · Vertragsprüfung als ein Anwendungsfall

Logicc GmbH mit Sitz in Hamburg. Anders als die übrigen Anbieter in dieser Liste ist Logicc keine reine Vertragssoftware, sondern nach Anbieterangaben eine breitere KI-Plattform für Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, Kanzleien und Rechtsabteilungen: Sie bindet mehrere KI-Sprachmodelle für Aufgaben wie Schriftsatzerstellung, Mandantenkorrespondenz, Recherche und Aktenanalyse ein, Vertragsprüfung ist einer von mehreren Anwendungsfällen darauf. Der Anbieter richtet sich nach eigener Darstellung auch an weitere Berufsgeheimnisträger wie Ärztinnen, Ärzte, Steuerberaterinnen und Steuerberater.

Passt, wenn neben der Vertragsprüfung weitere juristische KI-Anwendungen in einer Plattform gebündelt werden sollen · Datenhaltung: nach Anbieterangabe Rechenzentren in Deutschland, DSGVO-konform, § 203 StGB und DORA als Bezugspunkte genannt · Preis: lag bei der Prüfung nicht vor, sieben Tage kostenlose Testphase

Tomorro

Sitz München · Vertragsmanagement mit KI-Analyse · KI-Assistent „Oro“

Tomorro GmbH mit Sitz in München. Die Plattform verbindet nach Anbieterangaben automatische Vertragsanalyse und Risikoerkennung mit Genehmigungsworkflows, digitalen Signaturen, Fristenüberwachung und zentraler Archivierung; ein KI-Assistent namens „Oro“ soll dabei laut Anbieter direkt in den Prüfprozess eingebunden sein. Zielgruppen sind nach eigener Darstellung Rechtsabteilungen, Finanzteams, Vertrieb, Einkauf, Personal und der allgemeine Geschäftsbetrieb; der Anbieter nennt über 2.000 nutzende Unternehmen.

Passt, wenn Vertragsprüfung und -verwaltung mehrere Abteilungen gemeinsam nutzen sollen · Datenhaltung: lag bei der Prüfung nicht vor, ISO 27001 zertifiziert · Preis: lag bei der Prüfung nicht vor, kostenlose Testversion verfügbar


Häufige Fragen

Ersetzt eine KI-Vertragsprüfung eine Anwältin oder einen Anwalt?

Nein. Die Software liefert eine automatisierte Vorprüfung und markiert Auffälligkeiten nach einem hinterlegten Standard. Die abschließende rechtliche Bewertung einer riskanten Klausel und die Entscheidung, ob nachverhandelt wird, bleiben bei einem Menschen – bei komplexen oder folgenreichen Verträgen bei einer Juristin oder einem Juristen.

Für welche Vertragsarten eignet sich eine KI-Prüfung?

Am stärksten profitieren wiederkehrende, standardisierte Vertragstypen wie Einkaufs-, Liefer- oder Dienstleistungsverträge, weil sich dafür ein Playbook mit klaren Regeln aufbauen lässt. Bei seltenen oder stark individuellen Verträgen ist der Aufwand für ein passendes Playbook höher, und der Nutzen der Automatisierung entsprechend kleiner.

Was kostet eine KI-Vertragsprüfung?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Von den sechs Anbietern oben nennt nur fynk öffentliche Monatspreise je Nutzerin oder Nutzer, gestaffelt nach Funktionsumfang. Bei den übrigen fünf ergibt sich ein Preis erst aus einem individuellen Angebot, meist nach Zahl der Nutzer, Verträge oder benötigter Integrationen.

Wo werden die hochgeladenen Verträge gespeichert?

Das ist von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich geregelt und in der Vergleichstabelle oben aufgeführt. Vier der sechs Anbieter nennen einen Serverstandort in Deutschland, Legartis Schweiz und Europa; bei Tomorro lag zum Prüfzeitpunkt keine explizite Standortangabe vor. Vor der Nutzung mit echten Verträgen empfiehlt sich, den Auftragsverarbeitungsvertrag des jeweiligen Anbieters anzufordern und zu prüfen, statt sich auf Werbeaussagen wie „DSGVO-konform“ allein zu verlassen.

Brauche ich zusätzlich ein Vertragsmanagement-System?

Kommt auf den Bedarf an. ContractHero, fynk und Tomorro bieten Vertragsprüfung als Teil eines umfassenderen Vertragsmanagement-Systems mit Ablage und Fristenüberwachung an. Everwise und Legartis sind auf die reine Prüffunktion fokussiert; wer bereits ein Ablagesystem nutzt, kann diese Werkzeuge zusätzlich für die Analyse einsetzen, statt ein komplettes System zu wechseln.

Passenden Anbieter anfragen

Schreiben Sie uns, welche Vertragsarten Sie prüfen wollen und wie viele Verträge im Monat anfallen. Wir sehen uns Ihre Anfrage an und geben sie an die Anbieter aus dem Verzeichnis weiter, die fachlich dazu passen – es können sich also mehrere bei Ihnen melden. Kostenlos und unverbindlich.

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